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Was versteht man unter Sonntagsarbeit-Zuschlag?

In vielen Branchen ist die Sonntagsarbeit unvermeidbar. Doch was bedeutet das für die Arbeitgeber in Bezug auf die Vergütung? In diesem Artikel beleuchten wir die Regelungen und Pflichten rund um den Sonntagsarbeit-Zuschlag. Von den gesetzlichen Grundlagen über die Berechnung und Anspruchsberechtigten bis hin zu Alternativen und rechtlichen Auseinandersetzungen – erfahren Sie, worauf es ankommt und wie Sie rechtliche Konflikte vermeiden können.

Was versteht man unter Sonntagsarbeit-Zuschlag?

Unter dem Sonntagsarbeit-Zuschlag versteht man die Erhöhung des Grundlohns für Mitarbeitende, die sonntags arbeiten. Das Ziel eines Sonntags-Zuschlages ist, einen Anreiz für die zusätzliche Belastung, in Form von Sonntagsarbeit, zu schaffen.

Definition der Sonntagsarbeit

Wenn Mitarbeitende sonntags arbeiten, spricht man von Sonntagsarbeit. In vielen Bereichen, wie beispielsweise der Polizei oder der Pflege, ist die Sonntagsarbeit zwingend erforderlich.

Gesetzliche Grundlagen für Zuschläge

Für Zuschläge sind das Arbeitszeitgesetz und die Tarifverträge sowie die Betriebsvereinbarungen heranzuziehen, um gesetzliche Vorgaben einzuhalten.

Arbeitszeitgesetz (ArbZG)

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) regelt alle Vorschriften hinsichtlich der Arbeitszeit. Laut dem ArbZG ist Sonntagsarbeit grundsätzlich untersagt. Jedoch gibt es Ausnahmeregelungen für bestimmte Berufsgruppen. Sonntagsarbeit ist gemäß ArbZG mit freien Tagen oder Zuschlägen zu vergüten.

Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen

Mögliche Sonntagsarbeit und die Höhe entsprechender Zuschläge sind Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen zu entnehmen. Tarifverträge gelten branchenweit, während Betriebsvereinbarungen lediglich das Unternehmen selbst betreffen.

Wie wird der Zuschlag für die Sonntagsarbeit berechnet?

Um den Zuschlag für die Sonntagsarbeit zu berechnen, gibt es einige Berechnungsgrundlagen, die zu beachten sind. Dazu gehören die Höhe des Zuschlages und der Grundlohn.

Berechnungsgrundlagen für den Zuschlag

Insgesamt ist der Sonntagszuschlag die Erhöhung des Stundenlohns für Sonntagsarbeit. Dieser Zuschlag ist nicht durch den Gesetzgeber vorgegeben und orientiert sich am Grundlohn. In der Regel liegt die Höhe des Zuschlages bei 50% des Grundlohns.

Beispiel zur Berechnung des Sonntagszuschlags

Bei einem Stundenlohn von 20€ und einem Sonntagszuschlag von 50% ergibt sich eine Erhöhung des Stundengrundlohns von 10€. Dementsprechend erhält der Mitarbeitende 30€/ Stunde, wenn er an einem Sonntag arbeitet.

Wer hat Anspruch auf Sonntagsarbeit-Zuschlag?

Sonntagsarbeit ist grundsätzlich verboten und lediglich unter speziellen Bedingungen möglich. Dabei spielt insbesondere die Branche eine wichtige Rolle.

Anspruchsberechtigte Berufsgruppen

Für bestimmte Berufsgruppen ist Sonntagsarbeit gesetzlich erlaubt:

  • Landwirtschaft
  • Polizei
  • Feuerwehr
  • Gesundheitswesen
  • Radio und Fernsehen

Ausnahmeregelungen und Branchenspezifika

Im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist Sonntagsarbeit unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. In Branchen wie Gesundheitswesen, Feuerwehr oder Gastronomie ist Sonntagsarbeit notwendig, um die Sicherheit, die Versorgung oder die Produktion zu gewährleisten. Bei diesen Berufsgruppen regeln Tarifverträge die Höhe des Zuschlags.

Gibt es Alternativen zum Sonntagsarbeit-Zuschlag?

Statt eines Zuschlages für die Sonntagsarbeit kann der Arbeitgeber auch einen Freizeitausgleich oder einen Sonderurlaub gewähren.

Freizeitausgleich statt monetärer Vergütung

Hinsichtlich des Freizeitausgleichs bei Sonntagsarbeit gibt es gesetzliche Vorgaben, die unbedingt zu beachten sind. Gemäß ArbZG müssen mindestens 15 Sonntage beschäftigungsfrei sein. Zudem ist für die Sonntagsarbeit ein Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen zu gewähren.

Sonderurlaub als Alternative

Neben dem Freizeitausgleich ist auch Sonderurlaub eine Alternative. Somit wird Sonntagsarbeit mit Urlaub ausgeglichen. Dies ist in Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder individuellen Absprachen festzulegen.

Rechtliche Auseinandersetzungen um Sonntagsarbeit-Zuschlag

Der Zuschlag für Sonntagsarbeit bringt häufig Konflikte mit sich, die nicht selten zu einer gerichtlichen Klärung führen. Deshalb ist es wichtig, diese möglichen Konflikte und Gerichtsurteile zu kennen.

Häufig auftretende Konflikte

  1. Pflicht zur Zeiterfassung
  2. Berechnungsfehler
  3. Unklare Kommunikation hinsichtlich Pflichten und Höhe
  4. Freizeitausgleich oder monetäre Vergütung
  5. Gesetzliche Vorgaben und Anforderungen

Gerichtsurteile und Präzedenzfälle


Gericht Urteil Beispiel
Bundesfinanzhof (BFG) Unterschiedliche Zuschläge sind getrennt voneinander zu betrachten Erhält ein Mitarbeitender bspw. Sonntags- und Nachtzuschlag, so sind die Zuschläge unabhängig voneinander in ihrer Steuerfreiheit zu bewerten
Bundesfinanzhof (BFG) Sonntagszuschläge bis zu 50% des Grundlohns sind steuerfrei Bei einem Grundlohn von 2500€, erhält der Mitarbeitende 1250€ steuerfrei
Bundesarbeitsgericht (BAG) Vertragliche Regelungen der Sonntagsarbeit und entsprechende Zuschläge sind erforderlich, damit Ansprüche geltend gemacht werden können Mitarbeitende sind erst dann anspruchsberechtigt, wenn entsprechende Regelungen im Arbeitsvertrag getroffen worden sind
Bundesarbeitsgericht (BAG) Regelmäßige, freiwillige Zahlungen von Zuschlägen durch den Arbeitgeber begründen den weiteren Anspruch auf Zuschläge Zahlt ein Unternehmen dem Mitarbeitenden einen Zuschlag, ohne vertragliche Regelung, so entsteht ein Anspruch auf diesen Zuschlag
Bundesarbeitsgericht (BAG) Auch im Krankheitsfall sind Sonntagszuschläge zu zahlen Wenn der Sonntag ein regulärer Arbeitstag eines Mitarbeitenden ist, dann besteht auch im Krankheitsfall Anspruch auf den Sonntags-Zuschlag
Bundessozialgericht (BSG) Arbeitgeber zahlen Sozialversicherungsbeiträge auf „Phantomlohn“ Auch, wenn der Mitarbeitende krank ist und einen Sonntags-Zuschlag erhalten würde, muss der Arbeitgeber diesen Lohn bei Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge einbeziehen

Sonntagsarbeit-Zuschlag in verschiedenen Branchen

In Branchen wie dem Einzelhandel, dem Gastgewerbe, der Industrie oder dem Gesundheitswesen gibt es Besonderheiten hinsichtlich Sonntagsarbeit und Zuschlagshöhe.

Besonderheiten im Einzelhandel

Grundsätzlich ist Sonntagsarbeit im Einzelhandel verboten, dennoch sind Ausnahmen, unter anderem an verkaufsoffenen Sonntagen, gegeben. Die typische Zuschlagshöhe liegt bei 50% des Grundlohns, obwohl sie gesetzlich nicht festgelegt ist.

Regelungen im Gastgewerbe

Im Gastgewerbe ist die Sonntagsarbeit generell erlaubt, damit der Betrieb aufrechterhalten wird. Auch hier gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Sonntagszuschläge, dennoch liegt dieser in der Regel bei 50%.

Sonntagsarbeit in der Industrie

Unter anderem in der Stahl- und Chemieindustrie gibt es Ausnahmen hinsichtlich des Sonntagsarbeitsverbots, um die kontinuierliche Produktion und die Wertschöpfungsketten aufrechtzuerhalten. Ein gesetzlicher Anspruch auf Zuschläge besteht nicht, liegt aber üblicherweise bei 50%.

Gesundheitswesen und Pflegeberufe

Aufgrund der kontinuierlichen Patientenversorgung ist die Sonntagsarbeit im Gesundheitswesen zwingend notwendig. Deshalb ist Sonntagsarbeit in dieser Branche gemäß §10 ArbZG erlaubt. Auch hier liegt der Zuschlag bei 50% des Grundlohns.

Was sollte man bei der Beantragung des Zuschlags beachten?

Bei Beantragung des Zuschlages sind wichtige Fristen und Formalitäten zu beachten. Dafür ist die präzise Dokumentation der Arbeitszeit notwendig, um Fehler zu vermeiden.

Wichtige Fristen und Formalitäten

Für Sonntagsarbeit muss dem Arbeitnehmer binnen zwei Wochen ein Ersatzruhetag gewährleistet werden. Zudem müssen gemäß §11 ArbZG mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei sein.

Dokumentation der Arbeitszeit

In jeder Branche besteht die Pflicht zur Dokumentation der Arbeitszeit. Die präzise Arbeitszeiterfassung dient als Grundlage für die korrekte Berechnung von Zuschlägen und die Einhaltung von Ruhetagen. Mit einer digitalen Lösung kann der Anspruch an die präzise Zeiterfassung leicht erfüllt werden.

Elektronische Erfassungssysteme

Elektronische Erfassungssysteme ermöglichen die präzise Dokumentation der gesamten Arbeitszeit, während gesetzliche Vorgaben und Tarif-Vorgaben leicht eingehalten werden.

Zudem können Lohnabrechnungen automatisch generiert und sogar Funktionen zur Erfassung von Sonntagsarbeit integriert werden.

Durchgesetzt hat sich die Erfassung der Arbeitszeit mit einer Zeiterfassungssoftware in Kombination mit einer Stempeluhr. Eine elektronische Stempeluhr gewährleistet die präzise Erfassung der Arbeitszeit mit Beginn, Ende und Pausen. Diese präzise Zeiterfassung ist die Basis zur korrekten Berechnung von Sonntags-Zuschlägen.

Mit einer Zeiterfassungssoftware werden veränderliche Lohnkomponenten, wie zum Beispiel der Sonntagarbeits-Zuschlag, automatisch und vor allem korrekt berechnet. Auch verschiedene Vereinbarungen in Arbeits- oder Tarifverträgen, Branchenspezifika und gesetzliche Vorgaben werden berücksichtigt. Die Rechtssicherheit ist so gewährleistet.

Manuelle Arbeitszeitnachweise

Auch die manuelle Erfassung der Arbeitszeit ist, durch den Mitarbeitenden selbst, mit beispielsweise Excel-Tabellen möglich. Dies bietet ein höheres Risiko für Fehler oder Manipulation und somit auch Konflikte.

Häufig gestellte Fragen zum Sonntagsarbeit-Zuschlag

Muss der Sonntagsarbeit-Zuschlag versteuert werden?

Bis zu 50% des Grundlohns ist der Sonntagszuschlag steuerfrei. Darüber hinaus sind Steuern abzuführen. Die steuerrechtliche Betrachtung hängt von Zuschlagshöhe und Verhältnis zum Grundlohn ab.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber den Zuschlag nicht zahlt?

Wenn vertraglich festgelegte Zuschläge nicht gezahlt werden, ist mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Somit kann der Arbeitgeber gerichtlich zur Nachzahlung verpflichtet werden.

Darf der Zuschlag im Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden?

Der Zuschlag kann mit einer klaren Vereinbarung im Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden. Ohne expliziten Ausschluss bleibt der Anspruch bestehen.

Wie verhält es sich mit Sonntagsarbeit-Zuschlag und Teilzeitkräften?

Teilzeitkräfte haben grundsätzlich Anspruch auf einen Sonntagsarbeit-Zuschlag, wenn dies im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag festgelegt ist. Auch der Ersatzruhetag binnen zwei Wochen ist zu gewähren.

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